Gruppe Schäfer

RAS Proteine sind essentielle molekulare Schalter, die externe Signale für Wachstum, Überleben oder Differenzierung von membranständigen Rezeptoren empfangen, prozessieren und durch Interaktion mit Effektorproteinen mit dem genetischen Programm der Zelle koppeln. Die intrazellulären Signaltransduktionsketten bestehen aus zytoplasmatischen Adapter- und Effektorproteinen (Kinasen), kleinen GTP-bindenden Proteinen und Transkriptionsfaktoren. Aufgrund ihrer hohen Komplexität können sehr unterschiedliche biologische Eigenschaften generiert werden. Rezeptor-Amplifikationen oder RAS-Mutationen führen zur onkogenen Aktivierung der Signalkette, welche in der Folge permanent aktiviert bleibt, das genetische Programm umsteuert und die maligne Transformation auslöst. Um den Zusammenhang zwischen aktivierter Signalkette und ZIelgenaktivität aufzuklären, hat die Arbeitsgruppe die Auswirkungen auf das Transkriptom systematisch erfasst und zahlreiche durch den RAS-Pathway regulierte Zielgene identifiziert. Solche Gene werden aktiviert bzw. de novo exprimiert, aber auch reprimiert, darunter zahlreiche Tumorsuppressoren und anti-proliferative Gene. Zur funktionellen Charakterisierung der Zielgene und möglicher Regulatoren setzen wir RNA-Interferenztechniken ein, verbunden mit der Bestimmung von Expressionsprofilen auf mRNA- und Micro-RNA-Ebene, und quantifizieren die Auswirkung auf die zell- und tumorbiologischen Eigenschaften in Zellkulturen und Mausmodellen. Zur Zeit untersuchen wir schwerpunktmäßig die Komponenten des transkriptionelle Netzwerks, das für die Deregulation der Zielgene verantwortlich ist und versuchen, die essentiellen Ordnungsprinzipien auf Ebene des Transkriptoms zu ergründen.

Leitung

Prof. Dr. rer. nat. Reinhold Schäfer
AG Molekulare Turmorpathologie
t: +49 30 450 536 072