Projekt Ovarialkarzinom

Ovarialkarzinom: Molekulare und funktionelle Charakterisierung eines KRAS Onkogen-getriebenen Tumormodells

Auf der Grundlage von kultivierten Ovarialepithelzellen haben wir ein Modell für das Oarialkarzinom etabliert. Zur Simulation der onkogenen Signalwegsaktivierung, die in der klinischen Situation u.a. über membranständige Rezeptoren erfolgt, wurde ein mutiertes KRAS Gen eingeführt und exprimiert. Die manipulierten Zellen zeigen die typischen in vitro Kriterien der malignen Transformation wie ankerunabhängige Proliferation, epithelio-mesenchymale Transition (EMT) und Motilität. Nach Injektion in thymusaplastische Mäuse werden rasch progressiv wachsende Tumoren gebildet, unabhängig davon, ob die Injektion subkutan oder intraperitoneal erfolgt. Der maligne Phänotyp ist mit zahlreichen Alterationen der Genexpression assoziiert. Um die kausale Rolle dieser Veränderungen und die Mechanismen der Deregulation zu verstehen, werden funktionelle Experimente durchgeführt. Zum Beispiel untersuchen wir die Rolle des HMGA2-Proteins, eines architektonisschen Transkriptionsfaktors,  in den KRAS-transformierten Ovarialepithelzellen. Dazu wird die HMGA2-Expression mittels RNA-Interferenz unterdrückt und die Auswirkung auf Proliferation, EMT und Ankerunabhängigkeit bestimmt. Zum Vergleich wird ein HMGA2-Expressionsvektor in phänotypisch normale Ovarialepithelzellen eingeschleust, um herauszufinden, ob HMGA2 selbst direkte onkogene Effekte im Ovarialepithel aufweist. In den manipulierten Zellen wird die Transkription von KRAS-responsiven Zielgenen mittels Mikroarray analysiert. Dazu haben wir spezifischen Mikroarray (RASTA, Ras Target Array) generiert, welcher ca. 300 validierte RAS-Zielgene repräsentiert. Des weiteren sollen mit Hilfe bioinformatischer Methoden Bindungsstellen für spezifische Transkriptionsfaktoren in den HMGA2-abhängig regulierten Zielgenen identifiziert werden, um die Rolle des Faktors im  Zusammenwirken mit spezifischen Transkriptionsfaktoren zu verstehen und weitergehende funktionelle Analysen des Kontroll-Netzwerks zu ermöglichen.

Förderung

Berliner Krebsgesellschaft

Leitung

Prof. Dr. rer. nat. Reinhold Schäfer
AG Molekulare Turmorpathologie
t: +49 30 450 536 072